Kindergarten

Die beste Art und Weise, unser Ausbildungssystem zu verstehen: Der Kindergarten der Schweizerschule Barcelona

Jede Wegstrecke beginnt mit einem ersten Schritt. Wenn wir dann von einem Lernprozess sprechen, ist der Weg lang und nicht immer einfach, da er nicht ohne Motivation, Interesse, Ausdauer, aber auch Anstrengung zurückgelegt werden kann. Den Schüler/innen ist daher die Lust zum Lernen zu vermitteln, in ihnen ist die Neugierde für die sie umgebende Welt zu wecken, in der sie auch experimentieren sollen. Dies bedeutet, lernen zu lernen, was nichts anderes ist, als das Erlernte auch praktisch anzuwenden. Wir lernen spielerisch, wir lernen, indem wir Beziehungen zu anderen aufbauen, indem wir teilen, experimentieren, richtig handeln und Fehler begehen.

Vorrangiges Ziel des Kindergartens der Schweizerschule Barcelona ist es, den Schüler/innen Kompetenzen und Ressourcen zu vermitteln, mit denen sie nicht nur in der Lage sind, die noch vor ihnen liegenden Schuljahre zu bewältigen, sondern, was noch viel wichtiger ist, mit denen sie lernen, ihr Leben zu bewältigen. Ein Grundprinzip unserer Schule zielt daher darauf ab, nicht Schüler, sondern Menschen zu bilden. Die Bildung und Erziehung von Menschen setzt eine tiefgreifende Achtung vor der Vielfalt voraus, was nichts anderes ist als die Wertschätzung des Reichtums, der sich durch die Heterogenität herauskristallisiert. Jedes Kind, jeder Mensch stellt eine Welt dar, die reich an Kreativität, Spontaneität und Erlebnissen ist. Diesen wertvollen Schatz gilt es zu fördern, gemeinsam zu nutzen, denn von ihm können wir alle lernen.


Die Bildung von Menschen

Um Menschen, in diesem Fall junge Schüler/innen zu bilden, sind verschiedene grundlegende Kompetenzen zu erarbeiten. Dies erfolgt als Querschnittsaufgabe, wobei während des Schuljahres anhand von unterschiedlichen Aktivitäten immer wieder die gleichen Kompetenzen erarbeitet werden. Diese Fähigkeiten werden dann im Laufe aller noch folgenden Schuljahre erweitert und vertieft. Ein gutes Beispiel dafür ist die Sprachkompetenz in Deutsch. Die deutsche Sprache wird den Schüler/innen nicht nur während des Schuljahres bei unterschiedlichen Aktivitäten vermittelt, sondern in allen weiteren Schuljahren.


Kompetenzen für das Leben

Die Kompetenzen, die im Kindergarten der Schweizerschule Barcelona vermittelt werden, gliedern sich in fünf abgegrenzte Themenbereiche, die jedoch eng miteinander verknüpft sind:

  • Selbstkompetenzen/Selbständigkeit: Selbstständig sein bedeutet, die Fähigkeit zu besitzen, sein eigenes Handeln zu lenken, ohne vom anderen abhängig zu sein. Mit diesem Prozess lernt das Kind Schritt für Schritt, sich zu entscheiden. Die Selbstständigkeit wird langsam gefördert und führt dazu, dass sich Überlegungsprozesse gegen Impulse behaupten. Sie lehrt, das eigene Leben zu lenken sowie Verantwortung zu übernehmen. Anders ausgedrückt bedeutet dies, dass ein Kind ohne Selbstständigkeit nicht reifen kann.
  • Sozialkompetenzen: Wir leben in einem sozialen Umfeld, in dem sich unser Handeln auf die anderen auswirkt. Lernen sich zu entscheiden, zusammen zu leben, Dinge gemeinsam zu nutzen, zuzuhören, tolerant zu sein, Achtung zu zeigen, seinen Beitrag zu leisten... sind Vorgänge, mit denen man lernt, in der Gesellschaft zurechtzukommen und eine bejahende Haltung zu entwickeln.
  • Kognitive Kompetenzen: Die Schüler/innen sind darauf vorzubereiten, aus ihren kognitiven Kompetenzen die maximale Leistungsfähigkeit herauszuholen. Dazu müssen sie lernen, diese zu einem ganz konkreten Ziel und Zweck einzusetzen, denn es geht nicht darum, bestimmte Fähigkeiten zu besitzen, sondern sie umzusetzen. Daher liegt bereits im Kindergarten der Ansatz auf der Verbesserung der Aufmerksamkeit, der Konzentration, das Erinnerungsvermögen, des logischen Denkvermögens, der Planung und Organisation ohne jedoch das Alter der Schüler/innen ausser Acht zu lassen.
  • Sprachkompetenzen: Das Bildungsangebot der Schweizerschule Barcelona unterscheidet sich von anderen Ausbildungsstätten darin, dass die Ausbildung in fünf Sprachen erfolgt. Das Erlernen einer Sprache ist ein ständiger, aufbauender und aktiver Vorgang, dessen Grundlagen in den ersten Jahren des Spracherwerbs gelegt werden. Eine Sprache wird am besten erlernt, wenn die Sprachkenntnisse konkret umgesetzt und im Alltag verwendet werden. Im Kindergarten ist die Unterrichtssprache ausschliesslich Deutsch, mit dem Ziel ein starkes Fundament zu schaffen für die anschliessende Primarschule.
  • Emotionale Kompetenzen: Die weiter oben beschriebenen Kompetenzen brauchen zur Entwicklung ausgeglichene und kontrollierte Emotionen. Das Kind muss lernen, sich kennen zu lernen und anzunehmen. Erst dann kann es für sich im Leben erreichbare Ziele festlegen. Sobald das Kind seine Emotionen kennt und definieren kann, hat es auch eine objektive Vision von sich selber. Dieses Erkennen ist grundlegend, damit das Kind zu den es umgebenden Personen eine Beziehung aufbauen kann. Erst das Zusammenwirken von intellektuellen mit emotionalen Kompetenzen wie der Empathie ermöglicht es dem Kind, sich zu entfalten und sich mit seiner Entwicklung als Mensch in der Gesellschaft auseinanderzusetzen, in der es lebt.

Unsere Arbeitsweise: Lernen zu lernen

Diese Kompetenzen können nur mit einer gezielten Arbeitsmethode erworben werden. Ausschlaggebend für uns ist, dass das Kind lernt zu lernen, dass wir seine Neugierde wecken können und dass es begreift, dass jedes beliebige, zu einem Ziel führende Handeln nur mit einer damit einhergehenden Anstrengung möglich ist. Dieser Lernprozess erfolgt deshalb am besten in einer spielerischen Umgebung, die nicht weniger anspruchsvoll ist. Wir sind uns bewusst, dass nicht alles, was gelehrt wird, auch wirklich gelernt wird. Der Lerninhalt kann zwar perfekt verstanden werden, wird aber erst dann richtig begriffen, sobald er auch praktisch umgesetzt wird. Das beste Beispiel dafür sind die altersgemischten Kindergartengruppen, die ab dem Vorkindergarten (P3) gebildet werden und aus Kindern der Klassen P4 und P5 zusammengesetzt sind. Für Erstere stellt dies eine Quelle des Anreizes dar, für Letztere eine echte Herausforderung, da sie als die Grossen auftreten und für ihre neuen Kindergartenfreunde eine wichtig Führungsrolle übernehmen.

Ein weiteres Beispiel ist die Aktivität KAPRI, die einmal pro Woche an einem ganzen Unterrichtstag stattfindet. Kindergartenkinder aus den Gruppen P4 und P5 sowie die Schüler/-innen der 1. Klasse der Primarschule werden gemeinsam unterrichtet. KAPRI ist ein ideales Gefäss in welchem die sozialen, personalen und kognitiven Kompetenzen umgesetzt werden, die im Laufe des Schuljahres erarbeitet werden.


Familie-Schule: Gemeinsames Handeln

Die Sozialisation eines Menschen beginnt in der Familie, weshalb uns die Zusammenarbeit von Schule und Familie sehr am Herzen liegt. Die Schule unterstützt die Eltern in ihrer Erziehungsarbeit und ermöglicht in der von der Schule organisierten „Elternschule“ die gemeinsame Diskussion und den Austausch über erziehungsrelevante Themen.

Wir sind fest vom Erfolg unserer Schüler/innen überzeugt, denn sowohl die Familien, die bereits zur Gemeinschaft der Schweizerschule Barcelona gehören als auch deren Lehrer/innen, haben ein gemeinsames Ziel, nämlich die Bildung von glücklichen Menschen, die für die Welt, in der wir leben, einen innovativen und originellen Beitrag leisten können.


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